Informationen über das Bachelor-Studium und das Master-Studium
Vor dem Studium
Während des Studiums
Nach dem Studium
Bachelor Unternehmer

Bachelor Unternehmersicht

Mit dem Bologna-Prozess wurde angestrebt, die Studienmöglichkeiten und Jobaussichten der Studierenden zu verbessern und den europäischen Hochschulraum international konkurrenzfähig zu machen. Im Zuge der Umstellungen wurden auch Forderungen der Unternehmen laut.

 

Diese hatten bei Diplom und Magister allzu oft die Länge des Studiums kritisiert und drängten zum Start der Bologna-Reform auf eine Kürzung der Studiendauer. Dem wurde entsprochen: Heute sind die meisten der Bachelor-Studiengänge auf sechs Semester ausgelegt.

 

Versprochen wurde sich durch die Umstellung auf Bachelor und Master neben dem früheren Berufseinstieg der Studenten eine verbesserte Berufsbefähigung, eine internationale Anerkennung der Abschlüsse sowie mehr Flexibilität zwischen Berufspraxis und Studium.

 

Wie schätzen die Unternehmer heute die Einführung der neuen Studienabschlüsse und die von ihnen gewünschten Anpassungen ein?

 

Mittlerweile befassen sich einige Umfragen¹ mit der Einstellung der Unternehmen zum Bachelor. Folgt man diesen Studien, wird der Bachelor von vielen deutschen Firmen zwar als der richtige Weg, aber gleichzeitig als deutlich verbesserungsfähig eingeschätzt.

 

So bewerten viele die alten Studiengänge Diplom und Magister als praxisnäher und vermissen bei Bachelor- und Master-Absolventen die Fähigkeit zu eigenständigem Arbeiten und analytischem Denken. Diese Einschätzung wird dadurch ergänzt, dass die Unternehmer für Studierende mit Bachelor deutlich häufiger weiterbildende Maßnahmen befürworten würden als für Absolventen mit Diplom- und Magisterabschluss. Trotz Studium muss also nach Meinung der Unternehmen praktisch "nachgebessert" werden.

 

Interessant ist, dass für viele Unternehmen ein höherer Praxisanteil im Studium Vorzug vor einer kürzeren Studiendauer hat. So gilt jetzt: Lieber mehr Semester und damit ein späterer Abschluss als zu wenig praktische Erfahrung. Damit hat sich eine der zentralen Forderungen der Unternehmen an den Bologna-Prozess selbst ausgehebelt.

 

Seine Bekanntheit bei Unternehmern kann der Bachelor zwar immer mehr steigern, durch die zunehmende Anzahl an Bachelor-Absolventen werden außerdem immer mehr vorhandene Zweifel ausgeräumt. Gleichzeitig fühlen sich aber viele Firmen nur unzureichend über die Studienreform informiert und wissen daher die Qualität des Abschlusses nicht richtig einzuschätzen.

 

Gefragt sind also letztlich zum einen Anpassungen durch die Hochschulen, die in den Bachelor-Studiengängen mehr Möglichkeiten bieten sollten, praktische Erfahrungen zu sammeln. Zum anderen ist jedoch auch ein Umdenken bei den Unternehmen gefordert, die ihre Angebote auf die neuen Bachelor-Absolventen anpassen müssen, etwa durch entsprechende Praktika oder mehr Traineeprogramme. Und schließlich bedarf es einer besseren Aufklärung seitens der Wirtschaftsverbände, der Politik und der Hochschulen über Inhalte und Aufbau der Bachelor-Studiengänge. Denn nur wer weiß, was ihn erwartet, kann sich entsprechend darauf einstellen.

¹ Studien:
• Institut für Mittelstandsforschung (Bonn): Erfahrung mittelständischer Unternehmen mit den neuen Abschlüssen Bachelor und Master (http://www.ifm-bonn.org/index.php?id=995)

• Handelsblatt DIHK Umfrage: Bachelor-Absolventen enttäuschen die Wirtschaft (http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/dihk-umfrage-bachelor-absolventen-enttaeuschen-die-wirtschaft/3766598.html)

 
Home | Impressum | Sitemap